Gedanken zur Rolle von Tegut im Containerverfahren

Die Rolle von Tegut im Containerverfahren wird in Witzenhausen intensiv diskutiert. Für die Allermeisten ist unklar, aus was für einer Motivation die Tegut-Geschäftsfürung Menschen wegen Diebstahls anzeigt, bei denen im Rahmen einer allgemeinen Verkehrskontrolle Lebensmittel im Auto entdeckt wurden. Dies verwundert viele, da sich Tegut durchaus bemüht Lebensmittelmüll zu reduzieren.
Es gibt in Witzenhausen die Meinung, das Tegut selbst ein Opfer der Polizei sei, welche Tegut unter Vorspielung falscher Tatsachen zur Anzeige genötigt haben soll. Natürlich weiß niemensch wie sich dieser Vorgang genau abgespielt hat, aber bis zum jetzigen Zeitpunkt ist uns auch nicht bekannt, dass Tegut seine Anzeige wieder zurückgezogen hätte. Ganz im Gegenteil. Tegut bekräftigt gegenüber der Presse ihren Vorwurf. Dem Marktspiegel gegenüber sagte Tegut: „Die Personen sind in ein abgeschlossenenes Gelände eingebrochen und haben dort abgestellte Waren gestohlen“ . Für uns ist das ein deutliches Zeichen, dass Tegut nicht nur in einer passiven Opferrolle gefangen ist, sondern aktiv daran beteiligt ist die Betroffenen zu kriminalisiseren.

Es ist völlig unangebracht einem Supermarkt zu vertrauen, nur weil dieser sich ein ökologisches Image gibt. Tegut ist, wie alle anderen Supermärkte auch, gezwungen nach marktorientierten Prinzipien zu handeln. Tegut bedient mit seiner Ausrichtung lediglich ein Anderes, in diesem Fall ein wohlhabenderes, Kundensegment. In seinem prinzipiellen Handeln unterscheidet sich Tegut ansonsten nicht von anderen Supermärkten. Sei es, dass auch Tegut seine Marktmacht rücksichtslos ausnutzt und Erzeuger_innen nicht angemessen entlohnt und dadurch eine kleinstrukturierte Landwirtschaft zusehens unmöglich wird, oder dass Tegut den Lebensmittelmüll vor etwaigen Containerern hinter einem 3,5m hohen Gitter wegsperrt. Im Handeln von Tegut und den anderen Supermärkten gibt es noch viele weiteren Konflikte und Widersprüche, welche im Hier und Jetzt nicht für alle Beteiligten zufriedenstellend zu lösen sind. Auch wenn es bequem, und dadurch für viele verlockend, klingt, kann es keinen bedürfnisorientierten und ökologischen Kapitalismus geben. Selbst wenn dieser zum Teil von einer grünen Bewegung, angefangen bei Parteien, über Unternehmen bis hin zu Umweltverbänden, propagiert wird.


4 Antworten auf „Gedanken zur Rolle von Tegut im Containerverfahren“


  1. 1 ulf 29. Januar 2014 um 1:35 Uhr

    ein weiterer kritikpunkt: lohndumping über werkverträge/zeitarbeit bei tegut.
    ein paar links dazu:

    handel.hessen.verdi.de/br-info/data/FB_Suedhessen_04_2013.pdf (S.4)
    http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/fruehere-kraft-erzaehlt-nur-2-14-euro-je-stunde-bei-zeitarbeitsfirma-11921534.html
    http://www.youtube.com/watch?v=Fxgh0hgGOok

  2. 2 Kleine Ergänzung 29. Januar 2014 um 11:56 Uhr

    Denn auch tegut (wie wahrscheinlich sämtliche andere Supermärkte auch) beschäftigt ein Subunternehmen (Teamwork) um Regale einzuräumen. Hier gab es schon einmal Kritik woraufhin tegut den Lohn der Regaleinräumer um 25% erhöhte (auf ganze 6,50 €/Stunde).* Natürlich hat tegut keinen Einfluss darauf wie das Subunternehmen seine ArbeiterInnen bezahlt, aber ich denke, dass ein Mensch in der Personalabteilung sich das durchaus vorstellen kann.
    Auch tegut macht mit bei billig mit: Eine aktuelle Werbekampagne wirbt damit das rund 600 Produkte dauerhaft im Preis gesenkt werden**
    Natürlich bildet tegut hier keine Ausnahme, aber es stößt eben bei einem Unternehmen das sich als sozial darstellt unangenehm auf. Doch wie schon aus dem Text von containerprozesswiz hervorgeht kann tegut wahrscheinlich auch gar nicht anders handeln…

    * http://galida.wordpress.com/2011/04/15/nachhaltiger-erfolg-der-tegut-aktion-mehr-lohn-fur-regalauffuller/
    **http://www.tegut.com/aktuell/einzelartikel/tegut-senkt-rund-600-produkte-dauerhaft-im-preis.html
    ***http://www.tegut.com/ueberuns.html

  3. 3 alexandra 29. Januar 2014 um 18:46 Uhr

    Also bei allem Respekt …was hat das alles noch mit der eigentlichen Sache zu tun???
    Es ist absolut lächerlich auf welchem Niveu ihr euch hier bewegt.
    Das ganze bekommt mittlerweile einen bitteren Nachgeschmack und erinnert doch wohl eher an Fanatiker ,die es denen aber mal so richtig zeigen wollen….
    Schade nur, das ihr noch nicht einmal in der Lage seid andere Meinungen und Gedanken auf dieser Seite zu veröffentlichen!

  4. 4 Es geht ums Ganze 30. Januar 2014 um 17:52 Uhr

    Ich kann deine Position nachvollziehen, aber (das musste jetzt kommen, tut mir Leid) soweit ich das verstanden habe, hat tegut eine Falschanzeige gemacht. Klären wird sich das natürlich erst vor Gericht. Insoweit ist es durchaus verständlich das (fanatische) Überreaktionen zurzeit fehl am Platze sind. Auf der anderen Seite finde ich es durchaus berechtigt das Menschen die wahrscheinlich nicht nur aus Idealen Conainern, an dieser Stelle ihre Meinung kundtun. Und dies tun sie denke ich noch reflektiert. Der Text nimmt ja durchaus darauf Bezug das tegut bemüht ist Lebensmittelmüll zu reduzieren. Und auch auf der Website von tegut wird dies thematisiert:
    http://www.tegut.com/nachhaltigkeit/lebensmittel-auf-dem-muell.html
    (das tegut Bemühungen in diese Richtung unternimmt das glaube ich auch)
    Das auch andere Themen wie Lohndumping mit ins Gespräch kommen ist klar und folgerichtig, denn wenn sich die Augen der Öffentlichkeit einmal auf etwas richten, finden sie eben jede Kleinigkeit (ob Lohndumping eine Kleinigkeit ist lasse ich mal jetzt außer Acht). Zudem ist es das gleiche System welches Lebensmittelverschwendung und Lohndumping generiert. Letzlich kann mensch sich doch darüber freuen, dass auch andere Themen im Zuge des Comtainerprozesses mit ins Gespräch kommen, da es vielen wahrscheinlich gar nicht klar ist, dass eben auch tegut seine Fehler hat – wie alle anderen, um es mal bei Supermärkten zu belassen, eben auch. Ich denke nicht das es hier darum geht das tegut ma so richtig in die Pfanne gehauen wird – ich finde es ist ein Stein des Anstosses der dazu einlädt über Themen wie Lebensmittelverschwendung, Ausbeuterei, Kapitalismus uvm. zu diskutieren und vielleicht sogar darauf zu hoffen das tegut seine Personalpolitik überdenkt und seine SubunternehmerInnen gerecht bezahlt auf das auch jene sich gute Lebensmittel leisten können.

    PS: Ohne dir hiermit zu nahe treten zu wollen – ich bin nicht AdministratorIn dieser Seite kann es also nicht nachvollziehen, woher nimmst du die Information das andere Meinung und Gedanken hier zensiert werden? Ich würde zumindest den Versuch unternehmen eine andere Meinung oder andere Gedanken in den Kommentaren zu hinterlassen…

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.